ALK zur neu gestalteten Fußgängerzone

Ansicht der neu gestalteten Fußgängerzone

Die ALK hat sich auf ihrer jüngsten Sitzung mit der neu gestalteten Fußgängerzone befaßt. Die unabhängige Wählergemeinschaft begrüßte, dass der versprochene Eröffnungstermin vor dem Burgfest knapp gehalten werden konnte. Allerdings sehe man der Fußgängerzone an, so der Stadtverordnete Berthold Malter, dass unter starkem Zeitdruck gearbeitet wurde. Viele Steine seien krumm und schepp oder leicht gekippt verlegt, an einigen Stellen bestehe Stolpergefahr. Die neugestaltete Fußgängerzone wirke breiter, heller, teilweise sogar blendend, es sei aber manche Chance vertan worden, die Fußgängerzone freundlicher zu gestalten, beispielsweise durch ein anderes Pflaster oder durch Bepflanzungen. Hierdurch hätte auch der Übergang zum Kurpark besser gestaltet werden können. Stadträtin Anita Püttmann lobte die Laternen und die angebrachten Bänke.

Die ALK-Fraktionsvorsitzende Dr. Hedwig Schlachter sagte, lediglich eine neue Pflasterung könne wahrlich nicht als die allseits beschworene "Attraktivitätssteigerung" begriffen werden. Sie bemängelte vor allem die fehlende Begrünung, auf die die ALK im Vorfeld immer wieder hingewiesen hatte. Dr. Schlachter hob positiv hervor, dass nach Beschlüssen der Stadtverordnetenversammlung auf Glasdach und Litfaßsäule verzichtet wurde. Sie sehe aber keine Veranlassung dafür, dass das von vielen Bürgern abgelehnte Glasdach immer wieder in immer neuen Variationen seine Wiederauferstehung feiere. Schlachter forderte den Magistrat auf, die vorhandenen Meinungen zu akzeptieren und nicht neues Geld und neue Energie in weitere Planungen zu stecken.

Starke Verschmutzung und schiefe Pflasterung

Bezüglich des verwendeten Pflasters wurde in der ALK-Debatte auf die erhebliche Verschmutzung hingewiesen. Spuren von Reifenabrieb, Öl oder Kaugummis seien bereits nach kurzer Zeit kaum zu übersehen. Hier müsse die Verwaltung klären, wie sich die Fußgängerzone reinigen lasse, damit nicht ein verwahrlostes Bild entstehe und dadurch alle guten Absichten der Umgestaltung ins Gegenteil verkehrt würden. Es zeichne sich ab, dass für die Pflege der Fußgängerzone ein erheblicher Aufwand erforderlich werde.

Die ALK korrigierte die Äußerung des Magistrats, das Pflaster sei von Bauausschuss und Anwohnern ausgewählt worden. Diese hätten zwar wählen dürfen, sie hätten aber von der Verwaltung nur eine sehr bescheidene Auswahl vorgelegt bekommen. Dabei handelte es sich um fünf Kunststeine der gleichen Größe, die sich lediglich durch Strukturen und Farben unterschieden. Unter diesen ausschließlich zur Auswahl stehenden Pflasterungen sei wohl das geringste Übel ausgesucht worden. Es sei nicht redlich, jetzt die Schuld an der Auswahl des Pflasters den Anwohnern oder den Mitgliedern des Bauausschusses zuzuschieben, da diese überhaupt keine echte Wahl gehabt hätten.

Die ALK begrüßte die späte Erkenntnis des Magistrats, für den künftigen Stadtplatz Naturstein zu verwenden. Genau dies hat die ALK bereits im Bauausschuss für die Fußgängerzone ohne Erfolg gefordert. Eine solche Pflasterung war jedoch vom 1. Stadtrat Dehler mit Hinweis auf die wesentlich höheren Kosten abgelehnt worden. Eine Gestaltung der Fußgängerzone mit Naturstein wäre, so Dehler seinerzeit, zwar bezahlbar gewesen, da aber nach der seinerzeitigen Planung die wesentlich größere Fläche des künftigen Stadtplatzes mit dem gleichen Stein gestaltet werden sollte, komme nur ein kostengünstigerer Kunststein für das gesamte Areal in Frage. Diese Position ist inzwischen offensichtlich nicht mehr aktuell.

Die ALK-Fraktionsvorsitzende kritisierte den unnötigen Zeitdruck, unter den Stadtverordnete und Anwohner bei Beratung und Entscheidung der Neugestaltung unter anderem durch den von der Stadt selbst gesetzten Zeitpunkt der Erneuerung der Kanalisation gesetzt wurden. Wäre dem ALK-Vorschlag eines Aufschubs gefolgt worden, so hätte in aller Ruhe eine bessere Pflasterwahl erfolgen können. Ein Stadtverordneter bezeichnete die Stellen mit Altstadtpflaster als die schönsten Passagen der neu gestalteten Fußgängerzone. Möglicherweise hätte der guten Stube Königsteins eine komplette Ausstattung mit einer solchen Pflasterung gut zu Gesicht gestanden. Doch eine solche Option sei Anwohnern und Bauausschuss erst gar nicht vorgelegt worden.

Im weiteren Verlauf der Debatte erinnerte Hedwig Schlachter noch einmal an eine bessere Begrünung der Fußgängerzone. Diese sei absolut wünschenswert. Sie bedauerte, dass die CDU/SPD/FDP-Mehrheit entsprechende Anträge im Stadtparlament abgelehnt habe. Die jetzt dennoch vorgesehenen Pflanzinseln an den Häusern seien ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Die Fußgängerzone, so die ALK, müsse in punkto Sauberkeit, Freundlichkeit, Begrünung sowie durch die Gestaltung der Geschäfte und Gaststätten eine Visitenkarte Königsteins sein. (4.9.2000)

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