ALK für Ausbau der Betreuung an Grundschulen und bezahlbaren Elternbeitrag

Die Aktionsgemeinschaft Lebenswertes Königstein (ALK) begrüßt die Initiative des Hochtaunuskreises, eine hortähnliche Einrichtung in der Grundschule Mammolshain einzurichten. Diese ergänze die Nachmittagsbetreuung im Kindergarten für jüngere Kinder und den zeitlichen Rahmen der betreuten Grundschule, erklärte der ALK-Stadtverordnete Andreas Colloseus.

Die unabhängige Wählergemeinschaft sehe darin ein Angebot, Familie und Berufsarbeit besser vereinbaren zu können. Ein solches Angebot dürfe aber nicht auf die Grundschule Mammolshain beschränkt bleiben, auch für die Grundschulen in Schneidhain, Falkenstein und in der Kernstadt müsse es in absehbarer Zeit derartige Angebote mit Hausaufgabenbetreuung geben, betonte Colloseus.

Von besonderer Bedeutung für die ALK sei die Höhe des Elternbeitrages. Dieser müsse so bemessen sein, dass kein Kind ausgeschlossen werde, weil die Eltern sich den Betrag nicht leisten könnten, erklärte Colloseus. In der Vorlage des Magistrats der Stadt Königstein zu einer hortähnlichen Einrichtung in Mammolshain mit einer Betreuungszeit von 11.30 bis 17 Uhr werde davon ausgegangen, dass bei einer Ganztagsgruppe die Eltern zwei Drittel von 53.600 Euro jährlich beitragen müssten. Die Höhe des Elternbeitrages je Kind hänge demnach von der Inanspruchnahme des Angebots ab. Bei 12 Kindern ergäbe dies den viel zu hohen Beitrag von 248 Euro monatlich. Bei einer Halbtagesgruppe mit einer Betreuungszeit von 11.30 bis 13.30 Uhr wären es bei 15 Kindern ca. 72 Euro. Derzeit werde die betreute Grundschule in Mammolshain (bis 13.30 Uhr) von 12 Kindern genutzt.

„Im Hinblick auf die Inanspruchnahme einer hortähnlichen Einrichtung liegen bekanntlich keine Erfahrungswerte vor,“ heißt es in der Beschlussvorlage des Magistrats. Die Vertreterin des Hochtaunuskreises, Frau Markloff, führte in der vergangenen Woche im Ausschuss für Jugend-, Kultur- und Sozialangelegenheiten auf Anfrage der ALK hierzu aus, dass in Oberursel bereits zum 1. März auf dem Gelände des ehemaligen Camp King eine hortähnliche Gruppe eingerichtet wurde. Dort betrage die Gruppenstärke 25 Kinder. Der monatliche Elternbeitrag betrage 150 Euro für die ganztägige Betreuung. Die Situation in Mammolshain sei jedoch, wie Frau Markloff weiter sagte, nicht mit der in Oberursel zu vergleichen, unter anderem, weil dort schon länger eine „Hortkultur“ bestehe. Zur genaueren Bedarfsermittlung in Königstein brachte sie eine Elternbefragung in die Diskussion ein.

Die ALK wird bei den weiteren Beratungen im Haupt- und Finanzausschuss und im Stadtparlament darauf drängen, den Elternbeitrag so anzusetzen, dass auch Kinder von Elternhäusern mit niedrigerem Einkommen daran teilnehmen könnten, kündigte Colloseus an. Eine Richtschnur könne hierbei der Betrag von fünf Euro täglich sein, den vergleichbare betriebliche Betreuungsangebote verlangten.

Bei der Einrichtung dieser Angebote müssen nach Auffassung der ALK Missstände wie in Steinbach vermieden werden. Dort hatten viele Kinder keinen Betreuungsplatz erhalten. Sinnvoll wäre auch, nicht nur von Betreuungsmodulen und Bausteinen für die Organisation der künftigen Betreuung zu sprechen, sondern eine derartige Flexibilisierung bereits aktuell in den städtischen Betreuungseinrichtungen anzubieten, wie dies die unabhängige Wählergemeinschaft bereits vor einiger Zeit erfolglos im Stadtparlament beantragt hatte. (25.4.2005)

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