Längste Kandidatenliste zur hessischen Kommunalwahl

Mit der wohl längsten Kandidatenliste in ganz Hessen tritt eine Wählergemein­schaft in der Kleinstadt Königstein im Taunus zur Kommunalwahl am 6. März an. Für die 37 Plätze im Stadtparlament der 16.000-Einwohnerstadt hat die "Aktions­gemeinschaft Lebenswertes Königstein (ALK) insgesamt 125 Kandidatinnen und Kandidaten aufgestellt.

Dies entspricht etwas mehr als einem Prozent der knapp 12.000 Wahlberechtigten. Ein dicker Ordner mit den gesammelten Unterlagen wurde rechtzeitig vor Ablauf der entsprechenden Frist beim städtischen Wahlamt eingereicht.

Zum Vergleich: Die CDU hat als stärkste Partei in Hessens größter Stadt Frankfurt insgesamt 106 Kandidaten aufgeboten, im Hochtaunuskreis, in dem Königstein liegt, hat die CDU für den Kreistag 87 Kandidaten nominiert. In ihrer Hochburg Kreis Fulda hat die CDU für den Kreistag 94 Kandidaten aufstellt, die SPD zieht in der nord­hessischen Metropole Kassel mit 75 Kandidaten in den Wahlkampf.

Lange Kandidatenliste beruht auf einer Tradition

Diese lange Kandidatenliste beruht auf einer Tradition aus der Gründungszeit der ökologischen Wählergemeinschaft ALK im Jahr 1981, als es für kommunale Parlamente in Hessen noch die 5-Prozent-Hürde gab und der politische Gegner gerne mal vor verschenkten und verlorenen Stimmen warnte, erläuterte der ALK-Vorsitzende Robert Rohr. Damals habe man den Wählern signalisieren wollen, dass diese 5-Prozent-Hürde kein Thema für politische Neulinge sei, deren Liste mehr als ein Prozent der Wahlberechtigten umfasst.

Zudem sei es in einer Kleinstadt, auch wenn nicht mehr jeder jeden kenne, wichtig zu signalisieren, wer alles die politische Gruppierung unterstütze, selbst wenn er von einem Parlamentsmandat weit entfernt sei. Viele ALK-Wähler, die keine Zeit für ein intensiveres politisches Engagement hätten, würden durch ihre Kandidatur mit ihrem Namen den Mitbürgern mitteilen, dass sie Arbeit und Ziele der ALK unterstützen.

Zur Premiere 1981 gelang mit 22 Prozent ein Überraschungserfolg

Tatsächlich gelang der ALK bei ihrer Premiere 1981 mit 22 Prozent ein Überraschungs­erfolg, der sogar im Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" Erwähnung fand. Mit acht der 37 Sitze wurde die ALK auf Anhieb zweitstärkste Fraktion. Inzwischen hat sie 12 Mandate und 32 Prozent, stellt den Stadtverordnetenvorsteher und ist weiterhin die zweitstärkste Fraktion. (6.1.2016)

Zur Kommunalwahl
am 6. März 2016
 ALK-Kandidatenlisten:
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