ALK findet Interesse an Minigolf-Bebauung ernüchternd

Als ernüchternd hat die Aktionsgemeinschaft Lebenswertes Königstein (ALK) die Beteiligung und den Verlauf der Bürgerversammlung zur Bebauung des Minigolfgeländes bewertet. An der Veranstaltung hätten nur rund 110 Menschen teilgenommen. Dagegen seien jüngst zu der Bürgerversammlung im kleinen Stadtteil Mammolshain zum Thema Dorferneuerung mehr als 120 Interessierte gekommen. Dies werfe ein bezeichnendes Licht darauf, wie wichtig den Bürgern die Bebauung des Minigolfgeländes sei, erklärte die ALK-Fraktionsvorsitzende Dr. Hedwig Schlachter.

Ziehe man bei der Königsteiner Bürgerversammlung von den Anwesenden die Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die Investoren und Architekten sowie aktuelle und frühere Kommunalpolitiker und andere Funktionsträger samt Ehepartnern ab, so blieben deutlich weniger als 50 Bürger.

Die unabhängige Wählergemeinschaft wird sich in einer Sondersitzung am kommenden Dienstag (8. Juni) mit den 5 Bauprojekten und den möglichen Auswirkungen auf die Stadt befassen. Diese Sitzung ist für Freunde und Wähler der ALK offen. Die Veranstaltung beginnt um 20.15 Uhr im Seniorentreff, Ecke Kugelherrnstraße/Karlstraße.

Einer der Planer, so die Fraktionsvorsitzende, habe es auf der Bürgerversammlung treffend beschrieben: Es handele sich um einen markanten und sensiblen Standort. Es müsse geprüft werden, ob die angestrebten Projekte für die Stadt verträglich seien. Dazu sagte Schlachter, insbesondere der Autoverkehr, der in die Stadt gezogen werde und die Anzahl der geplanten Parkplätze lasse einige Fragen offen. So variiere bei den vorgeschlagenen Projekten die Zahl der geplanten Parkplätze zwischen 130 und um die 200. Schlachter erinnerte in diesem Zusammenhang an eine Aussage des Königsteiner Magistrats: In einer Hochglanzbroschüre zur Innenstadtgestaltung hatte der Magistrat seinerzeit geschrieben, dass auf dem Minigolfgelände für die Firma Aldi 120 Parkplätze eingerichtet werden sollten.

Schlachter sagte, wenn dann noch bedacht werde, dass durch die Bebauung des Minigolfgeländes die derzeit dort vorhandenen 58 Parkplätze sowie die zehn Parkplätze in der oberen Klosterstraße wegen der neuen Verkehrsführung entfallen werden, so werde sehr deutlich, dass in der Innenstadt das Angebot an Parkplätzen eher verknappt als erweitert werde. Denn jene Zahl, die noch vor ein paar Jahren für Aldi-Parkplätze erforderlich für gehalten wurde zuzüglich der entfallenden bislang vorhandenen rund 70 Parkplätze ergebe jene rund 200 Parkplätze, die jetzt von einigen Investoren geplant seien. Zu berücksichtigen sei aber, dass nach den neuen Plänen neben Aldi ein zweiter Markt (Vollsortimenter) sowie weitere Geschäfte, Büros und Wohnungen entstehen sollten. Auch für diese zusätzlichen Nutzungen seien ausreichend Parkplätze erforderlich.

Schlachter sagte, wenn man bedenke, dass bereits vor fünf Jahren allein für Aldi 120 Parkplätze kalkuliert wurden, so werde deutlich, dass die jetzt geplante Anzahl von Parkplätzen nicht reichen werde. Schlachter warnte davor, durch eine intensive Bebauung des Minigolfgeländes die Parkplatzsituation in der Innenstadt zu verschlimmbessern. Diese Gefahr drohe nämlich, wenn die Parkplätze für die Neubebauung knapp bemessen seien. In diesem Zusammenhang dürfe auch nicht vergessen werden, dass der jetzige Aldi-Standort weiter für geschäftliche Zwecke genutzt und ebenfalls Kunden mit Autos in die Innenstadt ziehen werde.

Zusammenfassend sagte Schlachter, wenn die jetzt vorgelegten Pläne realisiert würden, fange die Parkplatzknappheit in der Königsteiner Innenstadt erst richtig an.

Die vorgelegten Pläne werden nach Ansicht der ALK möglicherweise die von der CDU/FDP-Koalition angedachten zusätzlichen Parkplätze im Bereich der Konrad-Adenauer-Anlage nach sich ziehen. Dies würde aber nach Auffassung der Wählergemeinschaft eine erhebliche Beeinträchtigung der Grünanlage zur Folge haben. Außerdem müsste die zusätzliche Tiefgarage von der Stadt gebaut und vor allem finanziert werden. Dies bedeute, dass Königstein nicht nur den Charakter der Adenauer-Anlage dreingebe sondern auch den Verkaufserlös aus dem Geschäft mit dem Minigolf-Gelände in eine neue Tiefgarage oder ein Parkdeck stecken müsse. (1.6.2004)

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