ALK unterstützt mehr Stadtbildpflege

Die Aktionsgemeinschaft Lebenswertes Königstein (ALK) begrüßt den CDU-Vorstoß, in Königstein einen Sonderbeauftragten für die Stadtbildpflege zu benennen. Die ALK-Fraktionsvorsitzende Dr. Hedwig Schlachter sagte, dieser Vorschlag komme zwar Jahre zu spät. Dennoch sei es nie zu spät, sich um das Stadtbild zu bemühen.

Weiter meinte die ALK, zwischen den Zeilen gelesen sei der CDU-Antrag eine massive Kritik an der Baupolitik von Magistrat und Stadtbauamt in den vergangenen Jahrzehnten. So trage die CDU in der Begründung ihres Antrags der berechtigten Kritik mit den Worten Rechnung: "Von verschiedenen Seiten wird immer wieder Klage über das äußere Erscheinungsbild Königsteins geführt. Die Klagen betreffen auch Versäumnisse der Stadt selbst. Die Stadt sollte mit gutem Beispiel voran gehen." Deutlicher könne es, so die ALK, eine Regierungspartei mit jahrzehntelanger Verantwortung auch für das Stadtbild kaum formulieren.

Damit der neue Stadtbildpfleger weitgehend unabhängig arbeiten kann, schlug die Wählergemeinschaft ALK vor, diesen nicht dem Baudezernenten zu unterstellen. Er müsse direkt dem Bürgermeister zugeordnet sein. Schließlich müsse der neue Sonderbeauftragte für das Stadtbild auch die Möglichkeit haben, Planungen und Genehmigungen des Stadtbauamtes aus Gründen der Stadtbildpflege und der Ästhetik kritisch zu hinterfragen. Dies sei noch schwieriger, wenn er dem verantwortlichen Baudezernenten direkt unterstellt sei. Es gebe genügend Vorschläge des städtischen Baudezernats, die keine Verbesserung des Stadtbildes gebracht hätten. Angefangen vom einstmals für die Fußgängerzone geplanten Glasdach bis hin zu dem ursprünglichen Vorhaben, im Zuge der Innenstadtgestaltung einen Häuserriegel auf dem Gelände der Adenauer-Anlage zu errichten und damit den Taunusblick zu verbauen.

Anstoß für den Stadtbild-Antrag der CDU ist nach Ansicht der ALK möglicherweise auch schlechtes Gewissen nach Abschaffung der Baumschutzsatzung. Schließlich habe die CDU das Ende der Baumschutzsatzung auch damit begründet, dass ein städtischer Mitarbeiter knapp die Hälfte seiner Arbeitszeit in Sachen Baumschutz verbringe. Und diese Kosten könnten eingespart werden, so die CDU noch im September. Möglicherweise hege die CDU jetzt den Gedanken, jenen Mitarbeiter der Stadtverwaltung, der nicht mehr für die Baumschutzsatzung zuständig ist, künftig mit der Pflege des Stadtbildes zu betrauen. Dr. Schlachter sagte, bei der Pflege des Stadtbildes dürfe es aber nicht darum gehen, einem Verwaltungsangestellten neue Aufgaben zuzuweisen. Für die Pflege des Königsteiner Stadtbildes müsse ein erstklassiger Spezialist durch öffentliche Ausschreibung gefunden werden, denn das Stadtbild sei schließlich das Aushängeschild Königsteins.

Eine gewisse Inkonsequenz sieht die unabhängige Wählergemeinschaft in dem CDU-Antrag: Was nutze ein Stadtbild-Beauftragter, wenn er beispielsweise das Fällen stadtbildprägender Bäume nicht verhindern könne, weil ihm die CDU das Instrument der Baumschutzsatzung aus der Hand geschlagen habe. Einen weiteren Widerspruch sieht die ALK in der Tatsache, dass die CDU erst vor wenigen Wochen den ALK-Antrag ablehnte, ein Pflegekonzept für Burghain und Woogtal zu erarbeiten. Möglicherweise, so Schlachter, habe dieser ALK-Antrag ja auch einen Denkanstoß bei der CDU bewirkt.

Fraglich sei, so die ALK-Fraktionsvorsitzende, ob die CDU dem neuen Stadtbild-Beauftragten vorschreiben könne, in Königstein zu wohnen. Dies sei sicher wünschenswert. Aber wenn sowohl Bürgermeister als auch Erster Stadtrat und viele wichtige Mitarbeiter der Stadtverwaltung in anderen Städten wohnten und zur Arbeit nach Königstein pendelten, könne man wohl kaum beim Stadtbild-Beauftragten mit einer Residenzpflicht beginnen. Auch die ALK erinnere sich an die Zeiten, als die Hauptamtlichen und die meisten Verwaltungsmitarbeiter in Königstein wohnten und zu einem guten Teil eine sehr enge Beziehung zu dieser Stadt und ihren Bürgern hatten. Viele hätten ein Wissen um die Stadt, um die Menschen und ihre Gefühle gehabt, das in Archiven nicht nachzulesen ist.(6.11.2000)

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