ALK feiert ihren 30. Geburtstag

Die Aktionsgemeinschaft Lebenswertes Königstein (ALK) feiert am Sonntag (6. Februar 2011) ihren 30. Geburtstag. Dazu lädt die unabhängige Wählergemeinschaft alle interessierten Mitbürger in das Katholische Gemeindezentrum in der Georg-Pingler-Straße 26 für die Zeit zwischen 11 und 16 Uhr ein. In eben diesem Katholischen Gemeindezentrum war die ALK am 22. Januar 1981 mit einer Informationsveranstaltung erstmals an das Licht der Königsteiner Öffentlichkeit getreten.

ALK Gruppenfoto auf dem Bangert im Januar 1985
v.l.n.r. Dr. Christof Loch, Kerstin Uhe, Dr. Reinhard Hähnle, Renate Gleisner, Dieter Just, Heide Bickel, Roland Klinke, Annette Schneider, Pascal Schneider (im Kinderwagen), Jürgen Berthold, Dr. Friedrich Kollmann, Robert Rohr, Hajo Endriss, Dr. Richard Grimm, Karin Grimm, Maria Egerer, Hansjörg Mathieu.

Der spätere ALK-Spitzenkandidat Dr. Christof Loch befasste sich mit dem „Konzept Kurstadt Königstein“, der heutige ALK-Vorsitzende Robert Rohr sprach über „Baupolitik in Königstein“, Bürgerinitiativen-Sprecher Wolf-Dietloff von Bernuth informierte über die Bangertbebauung, Dr. Richard Grimm widmete sich dem „Bau der Taunus-Autobahn B 8“ und Katharina Fertsch-Röver, die bei der Wahl im März 1981 mit 21 Jahren als seinerzeit jüngste Stadtverordnete in das Königsteiner Stadtparlament einzog, beschäftigte sich mit „Parteien und Kommunalpolitik“. Moderiert wurde der Abend von dem späteren ALK-Vorsitzenden Dr. Friedrich Kollmann.

Wahlsensation am 22. März 1981

Offensichtlich hatte Königstein angesichts verkrusteter Strukturen und der hundertprozentigen Parlamentsmehrheiten von CDU, SPD und FDP für Bangertbebauung oder neue B 8 nur auf ein frisches politisches Angebot wie die ALK gewartet. Mit über 300 Besuchern platzte der Veranstaltungssaal am 22. Januar aus allen Nähten und der seinerzeitige CDU-Vorsitzende lieferte sein tolles Bonmot, in dem er davon sprach, dass „die CDU in Königstein eine gottgegebene absolute Mehrheit hat“. Die war dann allerdings weg, als die ALK bei der Wahl am 22. März 1981 mit sensationellen 22 Prozent und acht (von 37 Stadtverordneten) ins Stadtparlament einzog. „ALK stürzt die CDU“ lautete die Schlagzeile einer Lokalzeitung und eine andere Zeitung schrieb „lange Gesichter gab es bei allen bislang im Königsteiner Parlament vertretenen Parteien“. „In Königstein geschah die Sensation der Hochtaunus-Wahlen“ schrieb ein Kommentator.

Vielfältige Wurzeln

„Die ALK ist und war keine gewöhnliche Wählergemeinschaft“, resümiert ihr heutiger Vorsitzender Robert Rohr. Engagierte Bürger, von denen viele zuvor in Bürgerinitiativen aktiv waren, hätten ihre Angelegenheiten selbst in die Hand genommen und nicht mehr den Parteien überlassen. Die einen kamen von der Bürgerinitiative „Rettet den Bangert“, andere von der „Bürgerinitiative Umweltschutz“, die sich unter anderem vermeintlich chancenlos gegen die neue B 8 engagierte, andere kritisierten die Farbgebung des Kurbads oder wollten mehr Spielplätze und Fahrradwege in Königstein. Entgegen allen Erwartungen hielt diese Verbindung von „linken Jugendlichen und betuchten Hausbesitzern“, wie der „Spiegel“ seinerzeit schrieb, bis zum heutigen Tag. „Es bleibt ein großes Fragezeichen – wie lange hält die ALK zusammen“, fragte ein Zeitungskommentator. Politische Beobachter und Vertreter konkurrierender Parteien gaben seinerzeit dem „zusammengewürfelten Haufen“ eine Lebensdauer von weniger als zwei Jahren, die Aktiven selbst rechneten mit vier Jahren. Dass es ganz anders kommen sollte, lag und liegt auch am Umgang der aktiven ALK’ler miteinander, schätzt Rohr ein.

Überregionale Politik ausgeklammert

Man habe die überregionale Politik ausgeklammert und für Königstein habe es lokalpolitisch ein sehr hohes Maß an Übereinstimmung gegeben. Die gemeinsame Vision einer überschaubaren Kleinstadt ohne Bausünden, dafür mit hohem Lebenswert in einer intakten Umwelt habe die politischen Neulinge geeint. Zudem habe schon damals zu den wenigen Prinzipien gehört, dass es keinen Fraktionszwang gibt. Seit jeher konnten ALK-Stadtverordnete so abstimmen, wie sie es für richtig hielten – und davon haben sie im Lauf der Jahre auch zur Verwunderung der politischen Konkurrenz ausgiebig Gebrauch gemacht. Richtig zusammengeschweißt hat die bunte Truppe der Polit-Neulinge allerdings die Eiseskälte und heftige Ablehnung, die den „ungebetenen Gästen“ von den etablierten Parteien entgegenschlug, die allesamt Parlamentssitze an die „Neuen“ verloren hatten. Es sollte dann etliche Jahre wenn nicht gar Jahrzehnte dauern, bis die ALK als kommunalpolitische Kraft akzeptiert wurde.

Rollenwandel zur stabilsten kommunalpolitischen Kraft

Nach den Jahren harter Opposition, die auch durch die Ausgrenzung durch die etablierte Kommunalpolitik begünstigt wurde, hat sich die Rolle der ALK inzwischen gewandelt. Seitdem es im Bürgermeisteramt im Gegensatz zu früheren Jahrzehnten keinen harten Parteipolitiker mehr gibt, hat die ALK eine echte Chance zur Mitwirkung. Allerdings sind die Kassen der Stadt durch die in den vergangenen Jahrzehnten angehäuften Schulden mehr als leer, so dass derzeit die kommunalpolitische Gestaltungsmöglichkeit erheblich eingeschränkt ist. Unter den veränderten Bedingungen wolle die ALK das Beste daraus machen und den Bürgern im Stadtparlament Gehör verschaffen. Wie seither setze die ALK als „Frühwarnsystem“ auf Bürgernähe, Transparenz und Umweltschutz, unterstrich der ALK-Vorsitzende. Von einem vermeintlich zusammen gewürfelten Haufen habe sich die ALK zur stabilsten kommunalpolitischen Kraft Königsteins mit hoher personeller Kontinuität entwickelt. Mit der Neuwahl am 27. März werden von den drei erfahrensten Kommunalpolitikern Königsteins dann mit 30 „Dienstjahren“ zwei in den Reihen der ALK sitzen. (1.2.2011)

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