ALK: Flörsheimer Votum gegen Bundesstraße beachten

Als deutlichen Fingerzeig hat die Aktionsgemeinschaft Lebenswertes Königstein (ALK) das Ergebnis des Flörsheimer Bürgerentscheids zur geplanten Bundesstraße 519 bewertet. Dort hatten sich am Sonntag völlig überraschend die Gegner einer seit Jahrzehnten geplanten Bundesstraße mit 53,5 gegen 46,5 Prozent durchgesetzt. Mit 60,5 Prozent lag die Beteiligung der Bürger wesentlich höher als bei der jüngsten Flörsheimer Bürgermeisterwahl.

Das Votum der Bürger von Flörsheim sei um so beeindruckender, da dort CDU, SPD, FDP und der Bürgermeister sich sehr stark für diese Straße engagiert hätten, erklärte der ALK-Stadtverordnete Berthold Malter. Auch in Königstein gebe es eine politische Mehrheit, die seit Jahrzehnten den Bau der zwischen Königstein und Kelkheim geplanten B8 vorantreibe. Der gewaltige Eingriff in die Umwelt in unmittelbarer Nähe Königsteins werde von der CDU mit Floskeln kaschiert. So habe erst jüngst der CDU-Fraktionsvorsitzende davon gesprochen, dass „die Natur weitestgehend geschont werde“. Dies sei ein absolutes Ammenmärchen, das den Bürgern Sand in die Augen streuen solle. Die Bürger von Flörsheim hätten nun eindrucksvoll bewiesen, dass sie sich von solchen Politiker-Plattitüden nicht in die Irre führen ließen, meinte Malter, der vor Jahrzehnten zu den Gründern der Bürgerinitiative Umweltschutz gegen den geplanten B8-Neubau gehörte.

Das ermutigende Ergebnis aus Flörsheim signalisiere, dass auch anderenorts die Befürworter umweltzerstörender Bundesstraßen in unmittelbarer Ortsnähe eine aus ihrer Sicht „böse Überraschung“ erleben könnten. In Flörsheim hätten die Politiker ebenso wie ihre Königsteiner CDU- und FDP-Kollegen geglaubt, die Mehrheit der Bürger stehe hinter ihnen. Eine derart krasse Fehleinschätzung habe es auch in Königstein schon einmal gegeben: Bei der von CDU und FDP propagierten Teil-Bebauung des Schneidhainer Rodelbergs hätten sich CDU und FDP hinterher verwundert die Augen gerieben, als das Ergebnis des Bürgerentscheids klar belegte, dass die Bürger eine völlig andere Meinung hatten. Falls CDU und FDP mit ihrer Mehrheit in Stadtparlament und Magistrat die B8 weiter vorantrieben, werde Königstein wohl nicht um den zweiten Bürgerentscheid seiner Geschichte herumkommen, prognostizierte der ALK-Stadtverordnete. (8.5.2007)

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