In 15 Minuten war die „B 8 versenkt“

Kurzbericht von der Regionalversammlung Südhessen am 11.12.2009

Die Regionalversammlung Südhessen betreut den Regierungsbezirk Darmstadt. Dieser umfasst die Landkreise und kreisfreien Städte: Hochtaunuskreis, Landkreis Bergstraße, Landkreis Darmstadt-Dieburg, Landkreis Groß-Gerau, Landkreis Offenbach, Main-Kinzig-Kreis, Main-Taunus-Kreis, Odenwaldkreis, Rheingau-Taunus-Kreis, Stadt Darmstadt, Stadt Offenbach, Stadt Frankfurt, Stadt Wiesbaden, Wetteraukreis. Die Regionalversammlung hat 99 Mitglieder darunter Minister Banzer und der Kelkheimer Bürgermeister Horn.

Die Entscheidung über die ablehnende Stellungnahme des Regierungspräsidiums Darmstadt zur B 8 ist als Tagesordnungspunkt 2 um 14 Uhr 21 aufgerufen worden.

Erster Redner war Albrecht Kündiger der UKW aus Kelkheim. Er sprach von einem großen Tag, an dem die B 8-Planungen versenkt würden. Er erinnerte an den Anfang der B 8-Planungen Ende der 60er-Jahre und an das Hüttendorf auf dem aufgeschütteten B 8-Damm von 1979 bis 1981. Heute müsste selbst der Bürgermeister Kelkheims Thomas Horn, als ehemals einer der stärksten Verfechter der B 8 bekennen, das seine Mitstreiter immer weniger wurden. Kündiger zitierte Horn, dass das Projekt „zu den Akten gelegt werden muss“. Der Ehrlichkeit sei geschuldet, das es eine hohe Verkehrsbelastung in Orten, wie Fischbach gebe. Doch es gebe keine Ideallösung, da alle Siedlungsflächen bereits zugebaut seinen. Einzelmaßnahmen wie der Umbau des Königsteiner Kreisels haben zum Teil schon großen Erfolg gebracht. Das wird noch weiter erfolgreich werden. Kündiger forderte ein Umdenken, dass nicht nur Straßenbau als Lösung anzusehen sei. Nachziehende Probleme von Neubaugebieten müssten im Gesamtzusammenhang gesehen werden. An diesem großen Tag für die Gegner der B 8-Pläne sprach Kündiger seinen Respekt dem Regierungspräsidenten Johannes Baron aus, der in seinem vorhergehenden Amt als Erster Stadtrat Kelkheims einst ein engagierter Kämpfer für die neue B 8 war. Bürgermeister Horn müsse sich nun für die ausgegebenen Planungskosten der gemeinsamen B 8-Planung von Kelkheim und Königstein verantworten. Kündiger schloss mit den Worten, dass sich die UKW nach diesem Erfolg nicht auflösen werde, wie von manchen Vertretern der Gegenparteien erhofft würde: „Es gibt noch eine Menge zu tun.“

Zweiter und letzter Redner war der Kelkheimer Bürgermeister Thomas Horn. Er begann damit, dass er den Gegnern der B 8 den schönen Tag nicht streitig machen wolle. Je üppiger die B 8-Pläne wurden, desto verzwickter wurden diese auch. Man müsse den Altvorderen zu Gute halten, dass die Voraussetzungen damals andere waren. Laut Horn wäre die Entlastung durch die neue B 8 für Kelkheim 50 Prozent gewesen. Eine im Plangebiet angeblich vorkommende Wildkatze sei nicht nachgewiesen worden. Dass die neue B 8 eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete der Region etwa mittig durchschneiden würde, dem sei nichts entgegen zu setzen. Mit der Einsicht „Die B 8 ist versenkt“ fasste er das Ende des Verfahrens zusammen.

Um 14 Uhr 36 erfolgte die Abstimmung. Es gab keine Gegenstimme und keine Enthaltung.
Damit gibt es auf politischer Ebene keinen einzigen Befürworter mehr für die neue B 8.

Für die ALK verfolgten Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Berthold, der Stadtverordnete Andreas Colloseus und Magistratsmitglied Gabriela Terhorst die Sitzung der Regionalversammlung. (11.12.2009)

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