Innenstadt: ALK will zurück zum Ursprung

In der Debatte um die Gestaltung des ehemaligen Minigolfgeländes will die Aktionsgemeinschaft Lebenswertes Königstein (ALK) zurück zu den Ursprüngen der Debatte. Ausgangspunkt vor etlichen Jahren war der ALK-Vorschlag, aus dem jetzigen Parkplatz in der Stadtmitte einen Stadtplatz zu machen.

Auf diese Kernidee wurde dann von verschiedenen Seiten immer mehr draufgesattelt: Häuserzeilen an der Georg-Pingler-Straße und am Rand der Adenauer-Anlage, Parkgarage unter der Anlage, Aldi auf dem Minigolf-Gelände, Stadthalle und schließlich die Vorschläge der fünf Investoren zur intensiven Bebauung des Minigolfgeländes an der Klosterstraße. Einer dieser Vorschläge sieht beispielsweise Wohnen an der B8 vor, ein anderer will dort ein Geschäftszentrum mit 5.000 Quadratmetern neuer Geschäftsfläche schaffen - fast ebenso viel wie die im gesamten Stadtgebiet von Königstein derzeit vorhandene Gewerbefläche von 7.000 Quadratmetern.

Die ALK bedauert, dass sich die ursprüngliche Idee, die Autos von dem zentralen Platz in der Innenstadt zu entfernen und dort statt dessen einen Stadtplatz einzurichten, derart verselbstständigt hat und kaum noch jemand an den eigentlichen Ausgangspunkt denkt.

Die ALK erneuert ihren Vorschlag, die Parkplätze aus dem Kern der Innenstadt herauszunehmen und auf dem ehemaligen Minigolfgelände ein zweigeschossiges Parkdeck für rund 200 Autos anzulegen, dessen untere Ebene von der Topographie her in den Hang eingebettet ist. Für die ALK ist auch wichtig, die Blickbeziehung von der Hauptstraße zu den Taunushängen sowie die Adenauer-Anlage zu erhalten.

Inzwischen steht ist deutlich geworden, dass bei einer Bebauung des Minigolf-Geländes durch einen der Investoren die Parkplätze in der Innenstadt noch knapper werden. Denn die Investoren schaffen hauptsächlich in ihrer eigenen Tiefgarage Parkraum für den neuen Gebäudekomplex, zu dem auch ein Aldi und möglicherweise ein weiterer Markt gehören werden. Hinzu kommen je nach Investor Wohnungen, Büros, Arztpraxen und Geschäfte.

Minus bei Parkplätzen in der Innenstadt?

Mit der Neubebauung fallen aber gleichzeitig die 58 Parkplätze auf dem Minigolfgelände ebenso weg wie weitere 115 Parkplätze auf dem derzeitigen Parkplatz Stadtmitte und entlang von Adenauer-Anlage und Hauptstraße. Als Ersatz für diese insgesamt 173 Parkplätze favorisiert die CDU/FDP-Mehrheit eine Tiefgarage mit 180 Parkplätzen unter der jetzigen Adenauer-Anlage. Diese wird dann aber die finanziell klamme Stadt Königstein bezahlen müssen. Zudem ist unklar, was ein solcher Eingriff von der Konrad-Adenauer-Anlage noch übrig lassen wird.

Ein vorgelegtes Verkehrsgutachten belegt eindeutig, dass ohne weitere Tiefgarage in der Adenauer-Anlage eine Minigolf-Bebauung nicht machbar ist. Weitere Voraussetzungen für die Verwirklichung der Investoren-Pläne sind nach Aussage des Verkehrsgutachters der Umbau des Kreisels und der Ausbau der bestehenden B8, da sonst die Innenstadt den zusätzlichen Verkehr nicht bewältigen wird. Da diese beiden umfangreichen Maßnahmen Kreisel und B8-Umbau aber noch lange nicht verwirklicht sind, verbietet sich auch aus diesem Grund eigentlich auf absehbare Zeit eine Investoren-Bebauung des Minigolfgeländes.

Zahlt Königstein am Ende noch drauf?

Außerdem muss die CDU/FDP-Koalition Klarheit in Bezug auf eine Tiefgarage unter der Adenauer-Anlage schaffen: Es wäre ein Eigentor für Königstein, wenn nach einer intensiven Bebauung des Minigolfgeländes die Parkplätze in der Königsteiner Innenstadt noch knapper wären, als sie derzeit schon sind. Und eigentlich wäre es fast ein Schildbürgerstreich, wenn die Einnahmen Königsteins aus einem Verkauf des ehemaligen Minigolfgeländes gleich wieder durch eine städtische Tiefgarage in der Adenauer-Anlage geschluckt würden, wenn diese überhaupt dafür ausreichten - denn zu den Baukosten von sicherlich rund 25.000 Euro pro Stellplatz kämen in den folgenden Jahren noch happige Betriebs- und Unterhaltungskosten, die nicht unbedingt durch die angepeilten hohen Parkgebühren wieder hereinkommen würden. (11.7.2004)

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