„Kindergarten auf sehr gutem Weg“ - Tatsächlich?

Wie selbstgerecht muss man sein, wenn man wie der Bürgermeister in der Königsteiner Woche Nr. 48 die scheinbar unendliche Geschichte um den Kindergarten der Kernstadt als eigene Erfolgsstory verkauft? Das fragt sich die Aktionsgemeinschaft Lebenswertes Königstein. Zehn Jahre wenig Fortschritt und jetzt die Erkenntnis, dass wohl noch zwei weitere Jahre ins Land gehen könnten, bis ein neuer Kindergarten öffnet.

Gelände für einen Kindergartenneubau im Bebauungsplan Hardtberg

Und für den Bürgermeister ist es ganz einfach, er nutzt den schleppenden Fortschritt in Sachen Kindergarten zu Attacken gegen die ALK. Wie kann denn eine Fraktion verantwortlich sein, die weder im Magistrat noch im Stadtparlament die Mehrheit hat, wundert sich die unabhängige Wählergemeinschaft.

Beschlüsse schon aus 2010 und 2013

Zur langen Geschichte eines neuen Kindergartens und Horts in Königstein hat die ALK in den Akten geblättert: Nach langem Drängen der Eltern erfolgte im Frühjahr 2010 der einstimmige Beschluss der Stadtverordnetenversammlung zu Sanierung, beziehungsweise Neubau. Drei Jahre später im Jahr 2013 folgte der Beschluss, den Kindergarten am jetzigen Standort neu zu bauen und den Hort an einem alternativen Standort unterzubringen. Für Planungen wurden rund 30.000 Euro ausgegeben. Im Haushaltsjahr 2014 wurden dann 5,5 Millionen Euro für den Neubau von Kindergarten und Hort in den städtischen Haushalt eingeplant. Im Jahr 2015 gab es aber keinen Neubau und der Betrag verschwindet aus dem Haushalt.

2014 schlugen Grundeigentümer und Projektentwickler der Messerwiesen vor, der Stadt ein Grundstück für einen Kindergartenbau zur Verfügung zu stellen und weite Flächen der Wiesen für Wohnbauten und Gewerbe zu nutzen. Zunächst war geplant, dass der Grundeigentümer den Kindergarten selbst baut und an die Stadt vermietet. Für Mietkosten stand sogar schon ein Betrag im Haushalt.

Seit 2015 ist der städtebauliche Vertrag nach Aussagen des Bürgermeisters „auf gutem Wege“. Im Dezember 2017 sollte den Stadtverordneten – nach fast drei Jahren Verhandlungen sowie sieben Jahre nach dem Beschluss ein Vertrag vorgelegt werden, der Planungssicherheit bringt. Es kam aber lediglich eine Absichtserklärung, ein „Letter of Intent“, der nicht bindend ist.

Keinerlei Planungsvorgaben - Alte Planung kann nicht übertragen werden

Im Bau-Ausschuss haben sich am 29. November 2017 die mit der Planung (Phasen 1-3) beauftragten Architekten vorgestellt, die schon einen neuen Kindergarten am bisherigen Standort Eppsteiner Straße geplant hatten. Sie haben eher sich und die Arbeit ihres Büros präsentiert, nicht aber konkrete Pläne für einen neuen Königsteiner Kindergarten. Laut eigener Aussage hatten sie den Bebauungsplan erhalten, das Grundstück aber noch nicht in Augenschein genommen. Sie hätten noch keinerlei Planungsvorgaben und machten deutlich, dass die alte Planung für einen Neubau in der Eppsteiner Straße nicht auf den Hardtberg übertragen werden könne.

Mindestens noch 22 Monate für Planung und Bau

Im Gespräch wurde deutlich, dass selbst bei einem sofortigen Startschuss wohl mindestens 22 Monaten für Planung (12 Monate) und Bau (10 Monate) bis zur Eröffnung des neuen Kindergartens ins Land gehen werden. (6.12.2017)

Kommentar senden Zur Startseite