"Klärwerkskurve": ALK gegen unnötige Ausgaben für Wanderparkplatz

Die Aktionsgemeinschaft Lebenswertes Königstein bleibt bei ihrer Position, die sogenannte Klärwerkskurve in Schneidhain nicht weiter baulich zu erschließen. Nach Wunsch der Verwaltung soll dort ein Wanderparkplatz entstehen. Der Ortsbeirat Schneidhain hatte dieses Ansinnen in der Vergangenheit mehrfach einstimmig abgelehnt.

Planzeichnung für einen Wanderparkplatz in der "Klärwerkskurve"

Über Jahre hinweg wurde die Fläche als Lagerplatz für Baumaterialien und andere Stoffe genutzt. Das Betreiben des Baustofflagers im Außenbereich wurde als ein rechtswidriger Eingriff in die Natur erkannt und seitens der Unteren Naturschutz­behörde ein hohes Bußgeld angedroht.

Bauantrag zur Vermeidung einer Renaturierung

Durch die Verwaltung wurde dann ein Bauantrag für einen Wanderparkplatz an dieser Stelle ins Spiel gebracht, vermutlich, um die Kosten für eine Renaturierung zu vermeiden. Nach Aussage von Bürgermeister Leonhard Helm (CDU) würde eine Baugenehmigung für den Wanderparkplatz ausreichen, ohne ihn zwangsläufig errichten zu müssen. Daraufhin wurden im Juli 2020 von der Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung 20.000 Euro für den Bauantrag genehmigt.

Prüfung von Alternativen ist beschlossen worden

Gleichzeitig war für diese Fläche eine Kostenaufstellung beschlossen worden, um verschiedene Alternativen zu prüfen: Renaturierung, Wanderparkplatz oder die Fläche sich selbst zu überlassen. Diese Aufstellung sei die Verwaltung bis heute schuldig geblieben, so Runa Hammerschmitt, ALK-Co-Fraktionsvorsitzende. Erst nach Vorliegen der Kosten für die verschiedenen Möglichkeiten wollte die Stadtver­ordnetenversammlung eine Entscheidung treffen. Bis heute gebe keine Stellung­nahme einer übergeordneten Behörde, dass eine der Varianten nicht möglich sei.

Wanderparkplatz soll 150.000 € kosten

Immerhin ein Betrag sei nun ermittelt: der Wanderparkplatz solle 150.000 € kosten,
so die Info aus der letzten Ortsbeiratssitzung. Dass für den Parkplatz weitere große Bäume weichen müssten, für die dann Ausgleichszahlungen fällig werden, dass eine breite Rampe für Gegenverkehr in beide Richtungen gebaut werden müsse – ob all diese Punkte in dem Betrag enthalten seien oder nicht, konnte von der Verwaltung nicht beantwortet werden.

Die ALK hält diese Ausgabe für einen Wanderparkplatz ohne Prüfung des Bedarfs für unnötig. Dieses Geld könne an anderer Stelle sinnvoller verwendet werden.

(30.6.2021)

Zustand des aufgeschotterten Geländes an der "Klärwerkskurve" im Februar 2020
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