Philosophenweg: Fortdauernde Schließung nicht gerechtfertigt

Die ALK zeigt sich sehr enttäuscht über den weiterhin geschlossenen Philosophenweg. Kronbergs Bürgermeister Klaus Temmen hatte in einer Pressemitteilung die Entscheidung des Magistrats der Stadt Kronberg bekanntgegeben, die Schließung des Philosophenweges bis zum 31.08.2020 zu verlängern. Anschließend solle eine zeitweise Öffnung des Weges bis zum 31.10.2020 nur in der Zeit von Montag 07.00 Uhr bis Freitag 14.00 Uhr erfolgen.

Der Magistrat der Stadt Kronberg hat beschlossen, den Philosophenweg bis 31. Oktober 2020 von Freitag 14.00 Uhr bis Montag 7.00 Uhr weiterhin geschlossen zu halten.

Schließungsvorwand Schulferien ist vorüber

Temmen knüpfte die Dauer der weiteren Schließung an die hessischen Ferien, die jedoch bereits am 15. August geendet haben. Damit sei gleich mit Beginn des Regelbetriebes der Schulen der Philosophenweg als möglicher, autofreier Schulweg zwischen Kronberg und Königstein ausgeschlossen worden. Die begrenzte Öffnung beschneide die Öffentlichkeit weiter stark in ihrer Freizügigkeit, so ALK-Sprecher Andreas Colloseus. Schon in der letzten Ferienwoche sei zu beobachten gewesen, dass der Besucherandrang stark nachgelassen habe.

Keine Besucherbegrenzungen mehr bei Zoos

Die Beibehaltung der Schließung des Philosophenweges zu Zeiten, an denen der Zoo mehr Besucher erwarten kann, wird noch immer damit begründet, dass es dem Zoo sonst nicht möglich sei, den Zutritt entsprechend den erforderlichen Hygieneregeln zu steuern. Colloseus erinnerte daran, dass es keine Besucherbegrenzungen bei Zoos mehr gebe. Der Opel-Zoo habe sich die Begrenzung von maximal 2000 Besuchern selbst auferlegt.

7-Tage-Inzidenz spricht für „Routinebetrieb“

Angesichts der im Hochtaunuskreis niedrigen 7-Tage-Inzidenz von unter 10 je 100.000 Einwohner (Stand 27. August) gebe es keinen Anlass für diese beispiellose Schließung eines öffentlichen Weges. Nach dem von der Hessischen Landesregierung im Juli erlassenen Präventions- und Eskalationskonzept gilt unter einer Inzidenz von 20 „Routinebetrieb“.

RKI-Studie belegt keine Infektionen in Zoos

Eine aktuelle Studie des Robert-Koch-Instituts, die sich auf breiter Datengrundlage damit befasst, wo sich Menschen mit Covid-19 infizieren, sieht dies deutlich weniger in Situationen im Freien. In Zoos und Tierparks, die in der Studie separat betrachtet worden sind, sind exakt null Infektionen festgestellt worden.

Einschränkung ist nicht gerichtsfest

Andernorts sind unzureichend begründete Einschränkungen der Freiheitsrechte von Verwaltungsgerichten gekippt worden.

Weiterhin merkt Colloseus an, dass der Zoo nicht für die Einhaltung der Abstandsregelungen auf öffentlichen Wegen zuständig sei, das heißt weder für den Philosophenweg noch für alle anderen Wege, die zum Zoo führten.

Vollständige Rücknahme der Sperrzeiten gefordert

Nicht zu vergessen sei, dass der Zoo seit vielen Jahren das Ziel verfolge, den öffentlichen Philosophenweg zu einem Teil des Tierparks zu machen. Die ALK fordert weiterhin die vollständige Rücknahme der Sperrzeiten des Philosophenwegs.

(27.8.2020)

Gestuftes Vorgehen nach dem Hessischen Präventions- und Eskalationskonzept
Grafik: Hessisches Ministerium für Soziales und Integration
Kommentar senden Zur Startseite