Am 21. Februar 2026 beging die ALK im Rahmen ihrer Reihe wALK & tALK die Königsteiner Stadtmitte, insbesondere
die Konrad-Adenauer-Anlage. Trotz Dauerregens und niedrigen Temperaturen begleiteten etwa 60 interessierte Königsteinerinnen
und Königsteiner die Vertreter der ALK auf dem Rundgang.
Am Kapuzinerplatz versammelten sich trotz des widrigen Wetters rund 60 Interessierte
|
Start war auf dem Kapuzinerplatz, wo der Spitzenkandidat und Bauexperte der ALK, Günther Ostermann, das städtische Vorhaben
zur Umgestaltung der Innenstadt in Verbindung mit der Bundesförderung zur Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel
kurz umriss. Der Förderzeitraum, der Zeitraum in dem die Maßnahme umgesetzt sein muss, endet offiziell am 31.12.2027. Die Stadt
setzt auf eine Verlängerung des Förderzeitraumes, ergänzte Ostermann.
Fördermittel nur unter Auflagen
Berthold Malter, Finanzexperte der ALK, erläuterte den Interessierten den Stand der möglichen Förderung und wies darauf hin,
dass der Zuwendungsbescheid des Bundes nach Auskunft der Bürgermeisterin noch immer nicht vorliegt. Malter hat als Bürger mit
Berufung auf das Informationsfreiheitsgesetz von der Berliner Behörde den Zuwendungsbescheid erhalten, den die Bürgermeisterin
den Stadtverordneten vorenthält. Hierin sei eine Vielzahl von Auflagen benannt, unter denen die Fördermittel bewilligt werden können.
Ostermann ergänzte, dass die Stadt zunächst alle Maßnahmen, die durchgeführt werden, selbst bezahlen muss, ehe der Antrag auf
Erstattung im Rahmen des Förderprogramms gestellt werden. Ob der vom Bund reservierte Förderbetrag in voller Höhe ausgezahlt wird,
hängt von den Prüfungen der Berliner Behörde aus. Damit ist die Finanzierung des gesamten Vorhabens noch nicht gesichert.
Spülwasser des Kurbades fraglich
Zu einer Besonderheit der Stadtmittegestaltung, die letztlich einer der Hauptgründe für die Förderzusage war, nämlich die
Verwendung des Spülwassers des Kurbades zur Bewässerung von Kurpark und Konrad-Adenauer-Anlage führte Hennes Leppin, Magistratsmitglied
der ALK, aus, dass durch neue technische Möglichkeiten die prognostizierten 400 m³ Spülwasser des Kurbades möglicherweise nicht in vollem
Volumen zur Verfügung stehen könnten. Falle das Spülwasser des Kurbades aus, wäre das gesamte Wasserkonzept und damit die Basis der
Förderung hinfällig.
Tiefgarage verschlechtert die CO2-Bilanz
An der nächsten Station, der geplanten Zufahrt zur Tiefgarage von der Frankfurter Straße, die eine Schlucht von etwa 50 m Länge,
8 m Breite und einer Tiefe von ca. 4 m bilden wird, äußerten viele Bürgerinnen und Bürger ihr Unverständnis zu dem Bau. Häufig wurde
bemerkt, dass die zweite Ebene der Tiefgarage der Stadtgalerie immer leer wäre. Für den Abtransport des Aushubs der Tiefgarage werden
etwa 1.000 LKW benötigt, so Berthold Malter. Schon alleine dadurch werde die Anforderung an die Anpassung urbaner und ländlicher Räume
an den Klimawandel, CO2 nachhaltig zu vermindern, ad absurdum geführt. Die notwendigen Betonarbeiten zur Tiefgarage verschlechtern die
CO2-Bilanz weiterhin.
An der Stelle der geplanten Zufahrtsschlucht zur Tiefgarage von der Frankfurter Straße
|
Anmutung der Zufahrtsschlucht zur Tiefgarage
(von der ALK mittels KI erstellt)
|
Wasserbehandlung am Ellasprudel
Weiter ging es zum Ellasprudel. Hier soll nach den Planungen das Spülwasser des Kurbades, Drainagewasser der B 8 und Regenwasser
von Dächern und Straßen mit einer Ultrafiltration gereinigt werden, bevor es ab einem völlig umgestalteten Ellasprudel offen zur
Hauptstraße in Zisternen unter der Tiefgaragenzufahrt (350 m³) und im Kurpark (500 m³) sowie in offenen Gerinnen fließen soll.
Leppin stellte die Frage, wenn das Wasser so aufbereitet werden kann, dass es Badewasserqualität erreicht, könne es doch auch im
Kurbad wieder eingesetzt werden, wie es bei anderen Bädern in Europa auch geschieht.
Geplanter Abriss des Ellasprudels
Andreas Colloseus wies darauf hin, dass der aus heimischen kristallinen Natursteinen bestehende Ellasprudel, der noch vor dem
1. Weltkrieg als Teil der Königsteiner Kuranlagen errichtet wurde, ein kleines Wahrzeichen der Kurstadt Königstein sei. Durch seine
Struktur gibt er mit sprudelndem Wasser ein wunderschönes Bild ab. Dessen geplante Zerstörung und Ersetzung durch versprengt liegende
Betonblöcke könnten diese Impression niemals wieder erreichen. Eine Meinung, die auf große Zustimmung traf.
Aus der Planung: Anstelle des historischen Ellasprudels nur versprengte Betonblöcke
|
Im Rosengärtchen, dem zukünftigen Standort des Busbahnhofs und einer Tiefgarage
|
Zukünftiger Busbahnhof funktional zu klein
Über den nach der Planung künftig wegfallenden Weg ging es von der Adelheidstraße ins Rosengärtchen, dem zukünftigen Standort des
Busbahnhofs. Dort wurden viele Fragen zu dessen Funktionalität, zur ausreichenden Größe und zum Verkehrsfluss gestellt. Colloseus zitierte
aus der Offenlage zum Bebauungsplan, dass der Verkehrsverbund die geplante Fläche als zu klein bezeichnet und eine Vergrößerung erwartet.
Aus der Planung: Der Busbahnhof
im heutigen Rosengärtchen
|
Abschlussgespräch im Bereich der alten Klostergartenmauer an der Georg-Pingler-Str.
|
Konrad-Adenauer-Anlage wird gerodet
In der Konrad-Adenauer-Anlage werden 45 Bäume fallen und nur 5 Bäume am Rande der Anlage zur Klosterstraße hin erhalten bleiben. Die
gesamte Anlage wird gerodet werden. Aufgrund der beginnenden Brut- und Setzzeit am 1. März müssen die Fällungen und Rodungen bis zum
28. Februar erfolgt sein. Eine Vorstellung, die die Zuhörerinnen und Zuhörer mit Entsetzen zur Kenntnis nahmen. Die von Baumexperten
angebliche bescheinigte mangelnde Vitalität der Bestandsbäume wurde in Zweifel gezogen. Vorschläge, nicht tabula rasa in der
Konrad-Adenauer-Anlage zu machen, sondern nur wirklich abgängige Bäume zu fällen und zu ersetzen kamen von den Teilnehmenden.
Im Schlussgespräch äußerten sich die Teilnehmenden durchweg entsetzt über den unmittelbar bevorstehenden Kahlschlag der
Konrad-Adenauer-Anlage und stellten die Frage, ob nicht doch noch ein Hoffnungsschimmer bestehe.