„Neuer Magistrat ohne AfD“ titelte die TZ in ihrem ersten Bericht über die konstituierende Sitzung der Königsteiner
Stadtverordnetenversammlung am 23. April. Das sei eine positive Botschaft aus der Sitzung kommentierte der Co-Fraktionsvorsitzende der
ALK, Berthold Malter, das Ergebnis der Magistratswahl.
Die drei frisch ernannten ALK-Stadträte: Sabine Mauerwerk, Gabriela Terhorst, Hennes Leppin
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In den Sondierungsgesprächen, die die ALK mit allen im Stadtparlament vertretenen Parteien, außer der AfD, geführt hatte, seien
die unterschiedlichen Möglichkeiten des Wahlverfahrens besprochen worden, sagte die Vorsitzende der ALK, Dr. Hedwig Schlachter, die
an den Gesprächen teilgenommen hatte. Dabei sei es auch um die Möglichkeit von Listenverbindungen gegangen, die in der Vergangenheit
schon mehrfach praktiziert worden seien. Die CDU habe sich jedoch klar gegen eine Listenverbindung mit den anderen Parteien ausgesprochen,
so die Vorsitzende der CDU, Annette Hogh, in der TZ vom 13. April 2026. Eine solche Listenverbindung hätte dazu führen können, dass die
AfD keinen Sitz im Magistrat bekommen würde, die ALK aber einen dritten Sitz.
Absage der Königsteiner CDU an die "Brandmauer"
Frau Hogh sagte in dem Gespräch mit der ALK und auch gegenüber der TZ, die CDU wolle der AfD den Sitz nicht wegnehmen, weil sie sich
dem „demokratischen Wahlergebnis verpflichtet“ sehe. Gleichzeitig lehnte die CDU-Vorsitzende aber eine Zusammenarbeit mit der AfD ab.
Man müsse die AfD „politisch stellen“ sagte Frau Hogh weiter. Eine deutlichere Absage an die gerade auch von der CDU so viel beschworene
Brandmauer sei kaum denkbar, kommentierte die ALK Vorsitzende Dr. Hedwig Schlachter, diese Stellungnahme. Seit Jahren werde schon versucht,
die AfD „politisch zu stellen“ mit dem Erfolg, dass die in Teilen rechtsextreme Partei ständig wachse.
Die einzige Listenverbindung, die dann in der Sitzung überraschenderweise hervorgezaubert worden sei, sei die zwischen der CDU und der FDP
gewesen. Letztlich habe es sich hierbei aber auch um ein reichlich durchsichtiges Manöver gehandelt, da die CDU großen Wert auf den Verbleib
von Jörg Pöschl im Amt des Ersten Stadtrats gelegt habe, und die FDP sichergehen wollte, dass ihr Kandidat für den Stadtverordnetenvorsteher,
Michael-Klaus Otto, gewählt würde, kommentierte Günther Ostermann, Co-Vorsitzender der ALK, diesen Sinneswandel.
Dritter Magistratssitz geht überraschend an die ALK
Ostermann hob in Bezug auf die Wahl des Magistrats noch einmal in aller Deutlichkeit hervor, dass es von Seiten ALK keinerlei Absprachen
über eventuelle Leihstimmen im Vorfeld der Wahl gegeben habe. Im Ergebnis sei die ALK froh darüber, dass der dritte Sitz im Magistrat an
Frau Terhorst gegangen sei und die AfD leer ausgegangen sei. Die ALK erwarte jedoch mit Spannung, wie die CDU die AfD in Zukunft in der
Königsteiner Kommunalpolitik „politisch stellen“ werde.
Frank Bücken von der AfD „rechne der CDU und FDP aber hoch an, dass sie nicht versucht hätten, die AfD im Magistrat zu verhindern“. Aus
Sicht der ALK ein vergiftetes Lob, aber es zeigt auch, wie versucht wird, sich bei den Adressaten hoffähig zu machen.